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Sehr geehrte Damen und Herren


Im Winter 2005/2006 wurde die Feinstaub-Problematik durch lang anhaltende und massive Überschreitungen der Immissionsgrenzwerte unerwartet aktuell. Der Fachbegriff „PM 10“ für lungengängige Stäube kleiner 10 Mikrometer wurde fast über Nacht bekannt. Die Dieselfahrzeuge waren rasch als wichtige Feinstaubquelle identifiziert und die Forderung einer Filterpflicht für Dieselmotoren haben eine breite Akzeptanz gefunden. Für viele überraschend waren dagegen bis dahin kaum beachtete Resultate, welche einen erschreckend hohen Beitrag der Holzheizungen am Feinstaub dokumentierten. Für die Branche gilt es nun, sich dieser Herausforderung mit allen Mitteln anzunehmen. Ziel ist dabei, den CO2-neutralen Energieträger vermehrt zu nutzen und gleichzeitig die Gesamtemissionen an Feinstaub deutlich zu reduzieren. Der Bund hat dazu einen Aktionsplan erarbeitet, der an der Tagung vorgestellt wird und den es rasch umzusetzen gilt. Wie verschiedene Beiträge zeigen, sind zahlreiche technische Ansätze zur Staubminderung vorhanden. Obwohl aller lungengängige Feinstaub unerwünscht ist, wird in einer Grundlagenuntersuchung gezeigt, dass Staub nicht einfach gleich Staub ist, sondern dass es riesige Unterschiede in Bezug auf dessen Gesundheitsrelevanz gibt. Nicht unerwartet, aber für die weitere Entwicklung besonders wichtig ist die Erkenntnis, dass Staub aus unvollständiger Verbrennung um ein Vielfaches schädlicher ist als anorganischer Staub aus vollständiger Holzverbrennung. Dies weist darauf hin, dass vor allem handbeschickte Holzfeuerungen besonders kritisch sein können. Noch unterstrichen wird dies durch die Erfahrung, dass gerade handbeschickte Holzheizungen oft zur illegalen Abfallverbrennung missbraucht werden, was in Zukunft durch strenge Kontrollen und Sanktionen wie im Programm „FairFeuern“ zu verhindern ist.


Nebst diesen neuen Herausforderungen ist positiv festzustellen, dass heute noch ein grosses ungenutztes Potenzial an Energieholz vorhanden. Wie eine Studie aufzeigt, ermöglicht dies in der Schweiz den Bau von ein bis vier Kombi-Kraftwerken mit Holzvergasung. Dank bis anhin unerreicht hohem elektrischen Wirkungsgrad könnten damit unter Einsatz dezentraler Wärmepumpen mehr Häuser beheizt werden als mit Holzheizungen. Gleichzeitig weisen solche Kraftwerke um Grössenordnungen tiefere Staubemissionen auf als kleine Holzheizungen. Falls ein Erdgaskraftwerk gebaut wird, bietet dessen Kombination mit einer Holzvergasungsanlage die Option zu einer sukzessiven Erschliessung des Holzpotenzials. Während solche Anlagen eine Weltneuheit wären, können bei entsprechendem Wärmebedarf auch konventionelle Dampfkraftanlagen zur Stromerzeugung interessant sein, wie ein modernes Beispiel aus Österreich zeigt.


Der Welt stehen für die kommenden Jahrzehnte grosse Herausforderungen bevor. Während der Treibhauseffekt seit langem ein Thema ist, wird bald auch der Begriff „Peak oil“ auf den Frontseiten der Zeitungen zu finden sein. Das 9. Holzenergie-Symposium bietet deshalb die Gelegenheit, in einem Ausblick des international bekannten Energie-Experten Dr. Gerd Eisenbeiss Visionen zur künftigen Energieversorgung Europas kennen zu lernen und den möglichen Beitrag der Holzenergie zu bewerten.


Mit diesen Themen wünsche ich Ihnen wie immer ein spannendes Holzenergie-Symposium und ich freue mich, Sie zu diesem Anlass in Zürich begrüssen zu dürfen.

 

Ihr PD Dr. Thomas Nussbaumer, Verenum Zürich, Tagungsleiter

 
 
 

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